Vereinsausflug 22.5.2018

Vereinsausflug 22.5.2018

16. Februar 2019
/ / /
Comments Closed

Vereinsausflug nach Wien

Länger nützen statt öfter kaufen

Der Vereinsausflug führte uns diesmal in die Bundeshauptstadt. Einmal im Jahr begibt sich der Verein Fair Point auf Exkursion. Neues, Interessantes entdecken und erleben ist dabei unser Motto.
Für den Pfingstdienstag 2018 hatte Maria Brader-Schalhas wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das uns diesmal nach Wien führte. Mit dem Zug fuhren wir in die Bundeshauptstadt.

„Länger nutzen statt öfter kaufen“
Unser erstes Ziel war das Reparatur und Service-Zentrum R.U.S.Z. in der Lützowgasse. Geschäftsführer Sepp Eisenriegler führte uns durch den Betrieb und gab uns Einblick in die Reparaturdienstleistung und Lobbyarbeit. Im R.U.S.Z. werden pro Jahr rund 9.000 Reparaturen an Elektro- und -Elektronikgeräten durchgeführt. Dadurch kann der ökologische Fußabdruck, der durch die Produktion und den Transport von Neugeräten entsteht, verkleinert werden. Auch werden gespendete Elektrogeräte gewartet, gegebenenfalls repariert und zum Kauf angeboten. Durch diese Aktivitäten entstehen Arbeits- und Praxistrainings und in weiterer Folge Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose und Lehrlinge. Wie oft ärgert man sich nicht, dass an einem Gerät nur eine Kleinigkeit kaputt ist, aber die Reparatur augenscheinlich nicht rentabel ist. Das Reparatur-Café bietet eine Alternative. Einmal wöchentlich besteht für Interessierte die Möglichkeit, im Rahmen des Reparatur-Cafés „Schraube 14“ defekte Elektrokleingeräte unter Anleitung von Fachkräften des R.U.S.Z selbst zu reparieren. Dadurch müssen weniger Neugeräte gekauft werden und das Gefühl des Ausgeliefertseins sinkt.
https://www.rusz.at

Nach so vielen Informationen war es Zeit für ein gemeinsames Mittagessen. Für uns war im Habibi und Hawara reserviert.
Ein Restaurant in dem sich orientalische Gastfreundschaft mit Wiener Charme mischt. Habibi & Hawara ist das erste Restaurant von Geflüchteten für ÖsterreicherInnen mitten in Wien. Es werden regionale Produkte verfeinert, mit Zutaten aus allen Gegenden des Nahen Ostens zubereitet, und so entstehen
herzhafte Schmankerl vom Hawara und raffinierte Gustostückerln vom Habibi. Entspannte, orientalische Tischkultur mischt sich mit freundlichem Service und einem professionellen Küchenbetrieb. Weil Geschmack keine Grenzen kennt! Wir haben das Essen und die Atmosphäre genossen!
https://habibi.at

Unser drittes Ziel stand die Jeans-Manufaktur Gebrüder Stitch in der Mariahilfer Straße auf dem Programm. Hier werden Jeans aus Organic Baumwolle Stück für Stück geschneidert. Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten eine Jeans zu kaufen: „ready 2 go“ ist ein fertig geschneidertes Modell, die „Maß-Jeans“ ist ein Basismodell das an die Figur angepasst werden kann, die „Meisterstück-Jeans“ die individuell nach Maß und unterschiedlichen Garnen, Färbung, Waschung gefertigt wird und die „Denim Couture“, der bei Form und Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Wir bekamen Einblick in den Produktionsprozess und wie schwierig es ist eine fair produzierte aJeans in Wien zu fertigen. Aus Kaffeesatz werden Speisepilze!
https://gebruederstitch.at

Als letzte Adresse besuchten wir Hut & Stiel
Aas hat Kaffeetrinken mit Pilzproduktion zu tun? Sehr viel, wie wir bei „Hut& Stiel“ erfahren haben.
Die Wiener Pilzkultur betreibt Landwirtschaft in der Stadt. Für die Zucht der Austernpilze wird genutzt was bereits vorhanden ist: Kaffeesatz, der im Müll landen würde. 772.000 Liter Kaffee werden in Wien pro Tag konsumiert. 44 Tonnen Kaffeesud werden somit täglich allein in Wien entsorgt. Der Kaffeesud wird von verschiedenenRestaurants, Kaffeehäusern, Hotels mit dem Lastenfahrrad abgeholt. Der Kaffeesatz wird mit Pilzmyzel, Kaffeehäutchen, Wasser sowie etwas Kalk vermischt. Die fertige Mischung wird als Pilzsubstrat bezeichnet. Das Pilzmyzel durchwächst den Kaffeesud vollständig und bereits nach 5 Wochen bilden sich Fruchtkörper. Die ersten Pilze können geerntet werden. Die frisch gepflückten Pilze werden schnurstracks mit unserem Lastenrad ausgeliefert. Meist vergehen zwischen der Ernte und der Lieferung nur wenige Stunden. Bis zu drei Pilzernten werden durchgeführt, bevor das sogenannte „Altsubstrat“ in einem letzten Schritt kompostiert wird.
Es entsteht frische Erde und der „Schwammerl- Kreislauf“ schließt sich. Im Haus- und Hofladen in der Innstraße 5 werden die Austernpilze auch frisch verkauft und auch köstliche Schwammerlprodukte hergestellt.
http://www.hutundstiel.at

Ein gemeinsamer Tag mit vielen Eindrücken und Begegnungen mit Menschen, die nach ethischen und ökologischen Kriterien unternehmerisch tätig sind, hat unseren Horizont erweitert. Die Heimreise mit der ÖBB war auch ganz angenehm. Danke Maria Brader-Schalhas für die perfekte Organisation. Es war ganz schön herausfordernd, so viele Besichtigungen so genau zu planen, dass wir mit den Öffis in Wien überall pünktlich ankamen! Wer sich der nächsten Exkursion anschließen möchte ist herzlich willkommen!

Den Termin kann man sich schon reservieren, es ist der Pfingstdienstag, 11. Juni 2019

Bericht: Giesela Somers-Punz, Fotos: G. Somers-
Punz, M. Brader-Schalhas, M. Wieder

Comments are closed.

  • Verein FAIR POINT

    Fairer Handel, Entwicklungshilfe
    und Bewusstseinsbildung

  • KONTAKT

    E-Mail: fairpoint@gmx.at
    Web: www.verein-fairpoint.at

  • AKTIVITÄTEN

    Öffentlichkeitsarbeit, Exkursionen,
    Verkauf und Projektunterstützung

  • ÖFFNUNGSZEITEN

    Fairer Laden, Loosdorferstrasse 3
    Jeden Samstag von 8:30 – 11:30 Uhr

copyright 2014 www.verein-fairpoint.at | all rights reserved